Online-Übersetzungsdienste – was sie bieten und wie man sie nutzt

Online-Übersetzungsdienste – was sie bieten und wie man sie nutzt

Business-Übersetzungen sind so verschieden wie ihre Auftraggeber. Diese Unterschiede beziehen sich nicht nur auf Branchen und gewünschte Zielsprachen. Der Übersetzungsbedarf von Unternehmen reicht von „Mal eben schnell was Kleines“ über technische und rein informelle Fachtexte bis hin zu vertraulicher Korrespondenz. Gerade bei kurzfristigem Übersetzungsbedarf legen Auftraggeber besonderen Wert auf eine unkomplizierte Beauftragung, schnelle Abwicklung, feste Lieferzeiten und Kostentransparenz. Anforderungen, die wie geschaffen sind für einen Online-Übersetzungsdienst. Doch was können Online-Übersetzungsdienste tatsächlich?

Maschinelle Übersetzung

Den meisten dürften die automatischen Online-Übersetzungsmaschinen bekannt sein. Hier kann online nicht nur Text eingegeben werden, auch ganze Webseiten können in andere Sprachen übertragen werden. Der virtuelle Übersetzer greift Wort für Wort ab und wendet dabei grammatische oder statistische Regeln an. Diese Tools erheben (noch) nicht den Anspruch, eine professionelle Übersetzung zu liefern. Über ein „Ich versteh’ schon, was gemeint ist“ reicht die Qualität meist nicht hinaus. Für den professionellen Nutzer kommen diese maschinellen Übersetzungen also bisher nicht in Frage.

Übersetzungsdienste mit „echten“ Übersetzern

Für eine echte Business-Übersetzung ist immer noch ein Fachübersetzer nötig. Auch bei Online-Übersetzungsdiensten. Gemeint ist hier nicht die Internetpräsenz eines Übersetzungsbüros, sondern Übersetzungsdienste, über die online Übersetzungen beauftragt und abgewickelt werden. Zwar verfügen die meisten dieser Anbieter auch über eine Hotline bei technischen oder organisatorischen Fragen. Gedacht sind diese Online-Dienste aber für Auftraggeber, die wenig Korrespondenz mit Übersetzern oder Projektleitern bei der Beauftragung und Abwicklung wünschen. Sie möchten schnell und unkompliziert ihre Übersetzungen erhalten.

Vor diesem Hintergrund sind zwei Arten von Online-Übersetzungsdiensten zu unterscheiden.

Crowdsourcing

Beim Crowdsourcing legt der Auftraggeber die zu übersetzenden Texte online in einen Gemeinschaftsordner. Der Übersetzer in der „Crowd“, der gerade frei ist und zuerst reagiert, kann sich den Text zum Übersetzen dort „abholen“. Das Übersetzen aus der „Menge“ muss nicht unmittelbar Einfluss auf die Übersetzungsqualität haben. Es sei denn, die beteiligten Übersetzer weisen nicht alle einen gewissen Standard an Qualifikation auf. So gibt es Anbieter, zu deren „Crowd“ auch Laien-Übersetzer gehören. Was für den Auftraggeber aber kein Nachteil sein muss: Texte, die weniger qualitätskritisch sind (z. B. für den internen Gebrauch), können besonders günstig übersetzt werden – sofern die Menge verfügbarer Übersetzer groß genug ist und keiner der Übersetzer ein bestimmtes Niveau unterschreitet.

Das Agenturprinzip

Online-Übersetzungsdienste mit Agenturprinzip nutzen das Internet und spezielle Software, um sich und ihren Auftraggebern die Abwicklung von Übersetzungen so einfach wie möglich zu gestalten. Dafür verwenden sie Abfragemasken, in die der Kunde Eigenschaften des zu übersetzenden Textes eingibt. Viele setzen zusätzlich Software ein, mit denen die Texte und Dokumente des Kunden analysiert werden, der Übersetzungsaufwand ziemlich genau eingeschätzt und ein Sofort-Angebot erstellt werden kann. Im Gegensatz zum Crowdsourcing landen die zu übersetzenden Texte dann nicht in einem Pool für viele Übersetzer, sondern bei einem Übersetzer, der für die jeweilige Art von Text qualifiziert und ausgewählt worden ist. Online-Übersetzungsdienste wählen ihre Übersetzer nach zertifizierten Qualitätsstandards aus und setzen beispielsweise nur Muttersprachler ein, die im Land der Zielsprache leben. Nur so haben die Übersetzer einen aktuellen Zugang zur lebendigen Sprache des Ziellandes. Für viele Übersetzungsansprüche im B2B-Bereich ist diese Art der Ressourcenbereitstellung ideal: Effiziente Kommunikation, zertifizierte Qualitätsstandards, schnelle Lieferung.

Qualitätssicherung

Online-Übersetzungsdienste bieten durchaus ein hohes sprachliches Niveau der Übersetzung. Vorausgesetzt, die Fachübersetzer sind entsprechend qualifiziert. Diese Qualifizierung wird durch die europäische Norm DIN EN 15038:2006 gewährleistet. Mit dieser Norm verpflichtet sich der Dienstleister zu bestimmten grundlegenden Prozessen und Standards der Qualitätssicherung, Archivierung und des Ressourceneinsatzes. Das ist noch keine Garantie für eine einwandfreie Übersetzung, aber ein bestimmter Standard kann vorausgesetzt werden. So kommt beispielsweise das „Vier-Augen-Prinzip“ zum Einsatz. Dieses Prinzip besagt nach DIN EN 15038:2006, dass der Text nach erfolgter Übersetzung durch einen Korrektor geprüft wird. Der Korrektor gleicht die Übersetzung Satz für Satz gegen das Original ab und berücksichtigt Terminologie, Grammatik, Stil und Rechtschreibung. Wenn trotz allem Qualitätsprobleme auftreten, können sich die Dienstleister unterschiedlich verhalten. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, verschafft ein Blick in die AGB oft Klarheit. Meist wird dem Kunden bei nachgewiesenen Mängeln, die über geschmackliche Fragen hinausgehen, eine kostenlose Überarbeitung angeboten. Hier kann der Auftraggeber durchaus ein unbürokratisches Entgegenkommen auf Seiten des Online-Übersetzungsdiensts erwarten.

Lieferung und Datensicherheit

Eigentlich sollte alles reibungslos online funktionieren: Text hochladen, Angebot bestätigen, Übersetzung nach einigen Tagen runterladen. Doch was ist, wenn der Auftrag kurzfristig storniert werden muss, wenn versehentlich der falsche Text hochgeladen wurde oder der Liefertermin dringend um einen Tag vorverlegt werden muss? Eine Hotline sollte der Online-Übersetzungsdienst also in jedem Fall anbieten. Und für viele Kunden ist Vertraulichkeit und Datenschutz ein besonders sensibles Thema. Manche Online-Übersetzungsdienste bieten darum schriftliche Vertraulichkeitsvereinbarungen zwischen Dienstleister und Auftraggeber an. In jedem Fall sollte der Online-Anbieter über eine SSL-Verschlüsselung bei der Datenübertragung und ein sicheres Archivierungssystem verfügen. Auch hier verpflichtet sich der Online-Anbieter durch die Norm DIN EN 15038:2006 zu gewissen Standards.

Fazit

Welche Art der Online-Übersetzung für welchen Auftraggeber die richtige ist, hängt von vier Dingen ab: dem zu übersetzenden Text, den Ansprüchen des Auftraggebers, dem Zeitplan und dem Budget. Wer das Thema eines Textes nur ungefähr in eine andere Sprache übertragen will und kein Geld (aber Humor) hat, der gehe auf de.babelfish.yahoo.com, www.microsofttranslator.com oder translate.google.de. Wer seine Texte von echten Menschen übersetzen lassen möchte und dabei mehr Wert auf günstige Preise als auf Fehlerquoten legt, kann beim Crowdsourcing glücklich werden, zum Beispiel bei www.mygengo.com. Für Übersetzungen im B2B-Bereich ist man wohl am besten bei Online-Übersetzungsdiensten mit Agenturprinzip aufgehoben. Hier bearbeiten ein oder mehrere ausgebildete, muttersprachliche Fachübersetzer die Texte. Und wer auf entsprechende Zertifizierungen (z. B. DIN EN 15038) achtet, kann standardisierte Sicherheitsmaßnahmen ebenso erwarten wie ein ansprechendes sprachliches Niveau bei der Übersetzung. Ein Beispiel hierfür findet man auf Gemino Online.

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Die Gemino GmbH ist ein unabhängiger, inhabergeführter Sprachdienstleister mit Büros in München und Berlin. Seit rund 20 Jahren unterstützt Gemino Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen bei der multilingualen Anpassung ihrer Produkte und Leistungen an internationale Märkte.

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